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Aerzener Aggregate in der Gipsindustrie
Förderluft effizient genutzt

Die Südharzer Gipswerk GmbH produziert in Sulzheim seit gut 60 Jahren hochwertige Spezialgipse, etwa für die Herstellung von Keramikformen und von Schulkreide, die weltweit vertrieben werden. Auch Maschinen-, Handputz- und Stuckgipse für den Bausektor gehören zum Programm. Die jährliche Gesamtproduktion im Werk Sulzheim liegt bei rund 150.000 Tonnen. „Druckluft benötigen wir für zwei Bereiche“, erläutert Werksleiter Helmut Weiss. „Zur Steuerung unserer Produktionsanlagen und für die pneumatische Förderung der staubförmigen Produkte in unserem Rohrleitungssystem.“

Diese Förderluft muss zwei wichtige Voraussetzungen erfüllen: Sie muss für eine hohe Qualität der Produkte ölfrei verdichtet sein. Für spezielle Gipsprodukte muss außerdem ganzjährig eine Druckluft-Temperatur von 50 bis 70 °C sichergestellt werden. Zur Erzeugung dieser Förderluft setzt das Unternehmen dezentral installierte Drehkolbengebläse ein. Außerdem arbeiten in einer zentralen Druckluftstation zwei ölfrei verdichtende Schraubenverdichter und ein weiteres Drehkolbengebläse. Sämtliche Aggregate wurden von der Aerzener Maschinenfabrik geliefert und sind zum Teil seit mehr als 15 Jahren in Betrieb.

Optimale Abstimmung

Die zentrale Station befindet sich in unmittelbarer Nähe eines so genannten Ursprungssilos, aus dem das pulverförmige Rohmaterial durch ein Rohrleitungssystem zu den einzelnen, bis zu 200 Meter entfernten Weiterverarbeitungsanlagen gefördert wird. Die ölfrei verdichtete Druckluft wird mit maximal 3 bar in die Transportleitung eingespeist. Werksleiter Weiss: „Die Kunst liegt darin, die Druckluftmenge und die Eintrittsmenge der Gipssorten mit unterschiedlichem Schüttgewicht optimal aufeinander abzustimmen. Ziel ist dabei, mit einer möglichst kleinen Druckluftmenge eine möglichst große Gipsmenge bis an das Ende der Förderleitungen zu transportieren.“

Seit Februar 2008 arbeitet in der zentralen Druckluftstation ein ölfrei verdichtender, riemengetriebener Schraubenkompressor des Typs VML 18 R G5 der Aerzener Maschinenfabrik. Diese Anlage der neuen DELTA SCREW Generation 5 liefert einen Ansaugvolumenstrom von ca. 1.000 Nm3/h mit einem Austrittsdruck von max. 3,0 bar (abs.). Sie wird von einem besonders energieeffizient arbeitenden Motor der Klasse EFF1 mit 75 kW Nennleistung angetrieben.

DELTA SCREW besonders geeignet

Eine Alternative zu den Anlagen der Aerzener Maschinenfabrik gibt es für Werksleiter Helmut Weiss nicht: „Seit mehr als 15 Jahren arbeiten Aerzener Drehkolbengebläse und Schraubenverdichter bei uns im Bereich der pneumatischen Förderung. Wir schätzen die große Fachkompetenz der Aerzener-Mitarbeiter, die maßgeschneiderte Umsetzung aller Projekte und die Zuverlässigkeit der Produkte. Service-Arbeiten wurden immer zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt. Durch die schmale, kompakte Bauform mit Schallhaube und die Möglichkeit der Wand-an-Wand-Aufstellung ist der ‚DELTA SCREW Generation 5‘ bei der Enge in unserer Station besonders geeignet.“

Werkstattleiter Anton Konrad schätzt neben der Zuverlässigkeit besonders den geringen Wartungsaufwand aller Aerzener Aggregate. Laufende Kontrollen und „normale“ Wartungen werden durch eigenes Personal, nur Generalüberholungen durch Aerzener Mitarbeiter durchgeführt. Selbst nach Laufzeiten von 75.000 Betriebsstunden war bisher kein Austausch wesentlicher Komponenten erforderlich.

Maßgeschneiderte Anlage

Der neue Aerzener Schraubenverdichter VML 18 R G5 liefert kontinuierlich die vorgegebene Druckluft-Menge mit einem Höchstdruck von 3,0 bar. Die Anlage wurde durch eine detaillierte Auslegung maßgeschneidert auf die Anforderungen des Fördersystems in Sulzheim abgestimmt. Ein Überströmregler öffnet, sobald der eingestellte Druck im angeschlossenen System überschritten wird und garantiert so die geforderte Kontinuität der pneumatischen Förderung unter optimalen Bedingungen. Der Verdichter schaltet nach dem Erreichen des vorgegebenen Enddrucks also nicht ab, weil sich bei einer pneumatischen Förderung das im Leitungssystem befindliche Material dann sofort absetzen und die Leitungen verstopfen würde. Der Überströmregler arbeitet mit sehr hoher Regelgenauigkeit, kurzer Ansprechzeit und unabhängig von Fremdenergie durch einen vordruckgesteuerten Membranantrieb. Die Abschaltung des Verdichters erfolgt vollautomatisch, sobald der Silo befüllt und die zugehörige Rohrleitung freigeblasen wurde. Die Verdichteranlage wird von einem zentralen Leitstand überwacht.

Punktlandung

„Wir setzen 99,5 Prozent der erzeugten Förderluft zur Förderung ein. Nur 0,5 Prozent werden zur Erhaltung eines konstanten Druckes in die Atmosphäre abgeblasen. Das ist ein optimales Ergebnis“, freut sich Werksleiter Weiss. „Die Aerzener Spezialisten haben einen maßgeschneiderten, energieoptimierten Verdichter geliefert. Unser Ziel, mit möglichst wenig Druckluft möglichst viel Material zu transportieren, haben wir so mit einer Punktlandung erreicht.“