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Aerzen sichert Gasversorgung
Einsatz in der modernsten Freiformschmiede der Welt

Die Saarstahl AG investierte mehr als eine halbe Milliarde Euro in ihre neue Schmiede in Völklingen und schafft dort 350 bis 400 neue Arbeitsplätze. Schon im Vorfeld der Ausschreibung konnte das technische Vertriebsbüro Saarland der Aerzener Maschinenfabrik das ausschreibende Ingenieurbüro bei der exakten Maschinenauslegung für die zu erwartenden Leistungsanforderungen unterstützen. So waren in der späteren Projektabwicklung viele Stolpersteine bereits aus dem Weg geräumt.

Druck über 20 Kilometer

Die Aerzener Maschinenfabrik kooperierte für die exakte Auslegung und den Aufbau der benötigten Gasmischstation mit der saarländischen Enrotec-Anlagenbau GmbH, dem Generalunternehmen für die neue Gasmischstation. Die Schmiedeöfen der neuen Schmiede werden mit Koksofengas und mit einem Erdgas-Luft-Gemisch betrieben. Das Koksofengas entsteht beim Verkokungsprozess in der rund 20 Kilometer entfernten Zentralkokerei der Dillinger Hütte. Dort fördern je zwei VRO 736- bzw. VRO 536-Verdichter der Aerzener Maschinenfabrik rund 25.000 m³/h Koksofengas mit einem Druck von 10 bar durch ein 20 Kilometer langes Leitungsnetz bis zu seinem Einsatzort in Völklingen. Die dort neu errichtete Gasmischstation dient in erster Linie zur Aufbereitung des Koksofengases und des Erdgases. Mit Hilfe von zwei frequenzumrichtergesteuerten GM 130 L G5-Drehkolbengebläse aus Aerzen wird das angelieferte Gas optimal gemischt und anschließend den Öfen zur Verfügung gestellt. Hierbei reagieren die beiden Aggregate auf die Messwerte einer Sonde und den anstehenden Gasvolumenstrom, die die beiden Frequenzumrichter der GM 130 L G5-Aggregate einregeln. So kann pro Maschine eine Luftmenge von 2200 m³/h bis 6.500 m³/h stufenlos und punktgenau angefahren werden.

Komplexes System

Innerhalb von nur zwölf Monaten wurde die neue Gasmischstation realisiert – vom ersten Strich auf dem Zeichenbrett bis zur Inbetriebnahme vor Ort. Damit ein so eng bemessener Zeitplan eingehalten werden konnte, mussten die Saarstahl AG als Betreiber, die Enrotec Anlagenbau als Generalunternehmer, die Trapp Elektro-Anlagenbau als verantwortlicher Partner der Steuerungstechnik und die Aerzener Maschinenfabrik als Lieferant der Drehkolbengebläse und Steuerungsschränke ein höchst komplexes Rohrleitungs- und Instrumenten (R&I)-Fließschema exakt ausarbeiten und die Schnittstellen klar definieren. Nur so war es möglich, die geforderten Betriebsparameter der neuen Gasmischstation zu erfüllen. Der Einsatz von empfindlichen Drucktransmittern mit einem schmalen Hysteresefeld und anschließender Druckspitzenunterdrückung erwies sich in der komplex reagierenden Anlage als zwingend erforderlich, um ein sicheres Anfahrverhalten der beiden Aggregate zu gewährleisten. Die beiden GM 130 L G5-Aggregate konnten in einer Inbetriebnahmephase von nur drei Tagen alle gewünschten Betriebsparameter erfüllen und sorgen seit Januar 2010 für eine produktionssichere Gasversorgung der modernsten Freiformschmiede der Welt.

Schraubenverdichter VR

Drehkolbengebläse GM