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145 Jahre Aerzener Maschinenfabrik
1900-1945: Konzentration auf Drehkolbenmaschinen

Im Jahr 1907 wird die Aerzener Maschinenfabrik Adolph Meyer in eine GmbH umgewandelt, Hermann Allstaedt wird Geschäftsführer und erster Gesellschafter. Unter seiner Leitung baut die Firma das Exportgeschäft aus: Vor allem Steinspaltmaschinen und Fallhämmer werden nach Russland und China geliefert, in Europa sind Gebläse und Industrieeinrichtungen aus Aerzen gefragt.

Im Jahr 1909 verlässt das 10.000. Gebläse das Werk. Aerzener Gebläse finden auch auf Gebieten Anwendung, die aus heutiger Sicht exotisch anmuten, wie die „moderne Entstaubungsanlage System Aerzen“. Dabei handelt es sich um ein Röhrensystem, mit dem ein ganzes Haus von Staub befreit werden konnte. Auch Rohrpostanlagen wurden mit Aerzener Drehkolbengebläsen betrieben. Ab 1929 verlassen auch Spül- und Aufladegebläse für Verbrennungsmotoren das Werk in Aerzen und werden bald zum Verkaufserfolg.

Ein weiterer wichtiger Schritt zur Spezialisierung findet im Jahr 1930 statt: Die Aerzener Maschinenfabrik nimmt Drehkolbengaszähler ins Fertigungsprogramm auf, gleichzeitig wird die Gießerei stillgelegt, womit zahlreiche Produkte aus dem Angebot genommen werden. Diese Bereinigung der Produktpalette ist ein entscheidender Schritt zur Spezialfabrik für Drehkolbenmaschinen. Die Konzentration auf wenige Produkte ermöglicht dem Unternehmen, deren technische Weiterentwicklung mit aller Kraft voranzutreiben. Die Kunden wissen diese praxisorientierten Innovationen zu schätzen. Die Aerzener Maschinenfabrik genießt bald großes Ansehen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Ihre Maschinen kommen im Bergbau, in der chemischen Industrie, in Gaswerken, in der Papierindustrie und vielen weiteren Bereichen zum Einsatz.

1936 wird das 20.000. Gebläse hergestellt. Ende der 30er-Jahre steigt die Mitarbeiterzahl stetig, größere Exportaufträge sind zu bewältigen: In der Sowjetunion werden Ölfelder erschlossen, hierzu liefert die Aerzener Maschinenfabrik spezielle Drehkolbengebläse.

Ein Generationswechsel vollzog sich im Jahr 1942: Mit dem Tod Hermann Allstaedts geht eine Ära zu Ende. Sein Schwiegersohn Dipl.-Ing. Karlheinrich Heller übernimmt die Leitung der Firma. Er wagt mitten im zweiten Weltkrieg und gegen den Rat von Fachleuten den nächsten Schritt: Die Entwicklung des ersten brauchbaren Schraubenverdichters. 1943 beginnt die Produktion. Damit erbringt die Aerzener Maschinenfabrik in Kooperation mit einem schwedischen Ingenieurbüro, der heutigen Firma SRM, eine weltweit anerkannte Pionierleistung.

In der nächsten Ausgaben unserer Kundenzeitung und unseres Newsletters wird der Rückblick fortgesetzt.

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