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145 Jahre Aerzener Maschinenfabrik
1945-1973: Wirtschaftswunder und internationales Wachstum

Im Jahr 1945, nach Ende des Zweiten Weltkriegs, gelingt es der Unternehmensleitung, das Werk vor der vollständigen Demontage zu retten. In dieser schwierigen Zeit werden in Aerzen vor allem Reparaturen an Gebläsen, Gaszählern und landwirtschaftlichen Maschinen durchgeführt. Daneben produziert die AM Geräte, die den Alltag der Menschen erleichtern, wie Rübensaftpressen, Ölmühlen und Geräte zur Herstellung von Rübenschnaps – denn auch in dieser Zeit gilt: „Solange noch die Rüben wachsen, gibt es Schnaps in Niedersachsen.“ 1950 wird die Vielzahl der Aerzener Produkttypen nach einem Baukastensystem neu geordnet – ein wichtiger Schritt in Sachen effiziente Fertigung: Mit wenigen zusätzlichen Teilen können nun verschiedene Maschinenausführungen hergestellt werden.1951 erhalten die Mitarbeiter erstmals eine finanzielle Erfolgsbeteiligung, die in den Folgejahren ausgebaut wird. 1954 wird zudem eine betriebliche Altersversorgung eingerichtet. In den Jahren des Wirtschaftswunders wächst die AM beständig weiter. Die Produktion von Spül- und Aufladegebläsen für Schiffs- und LKW-Motoren im damaligen Hamelner Zweigwerk erreicht 1959 Rekordniveau: Mehr als 1.000 solcher Gebläse werden jeden Monat gebaut. Auch im Aerzener Stammwerk tut sich einiges: Als erster großer Neubau nach dem Krieg entsteht die heutige Halle 3. Mehr Platz wird dringend benötigt – das 100.000. Drehkolbengebläse verlässt zu dieser Zeit das Werk.

Nach dem Tod von Karlheinrich Heller im Jahr 1960 übernimmt Dipl.-Ing. Paul Grote die Geschäftsführung. In der Fertigungstechnik werden inzwischen neue Wege beschritten, bei der Rotorproduktion und der Gehäusebearbeitung kommen hochmoderne Spezialmaschinen zum Einsatz. 1962 wird die heutige Halle 4 errichtet und das Zweigwerk Hameln in die Fabrik in Aerzen eingegliedert. Ab den 60er Jahren werden die Kolbenprofile der Gebläse nicht mehr gehobelt, sondern mit einer Horizontalfräsmaschine gefräst, was Qualität und Leistung deutlich erhöht.1964 feiert die Aerzener Maschinenfabrik ihr 100-jähriges Bestehen. Aus der Werkstatt am Grießebach ist ein weltweit bekanntes Unternehmen geworden, das in über 70 Ländern Geschäftsbeziehungen unterhält. Mehr als die Hälfte der Gesamtproduktion geht in den Export. 1965 übernimmt Dipl.-Kfm. Hasso Heller die Geschäftsführung. Neue Gebäude werden gebaut, die Produktionszahlen steigen weiter. Vor allem bei den Schraubenverdichtern ist die Weiterentwicklung beachtlich: 1967 entstehen die ersten speziellen Luftverdichter, 1968 kommen Verdichter mit Öleinspritzung für die Kältetechnik hinzu. Zwei Jahre später präsentiert die AM den weltweit ersten zweistufigen ölfreien Druckluftverdichter. Die Gründung von Aerzen France 1969 ist der Startschuss für die Entwicklung der AM zu einer internationalen Firmengruppe. In den Folgejahren kommen weitere Auslandsgesellschaften hinzu. Der gesellschaftliche Wandel jener Zeit macht auch vor der AM nicht halt: „Führung im Mitarbeiterverhältnis“ heißt 1972 die neue Leitlinie einer partnerschaftlichen Unternehmensführung, mit der die Mitarbeiter zu Leistung, Kreativität und selbständigem, kritischem Denken ermuntert werden sollen. Auch bei der Arbeitszeit ist die AM Vorreiter: Schon 1973 wird die erste Gleitzeit-Regelung eingeführt.

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