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Die Noelle + von Campe Glashütte GmbH in Boffzen an der Weser stellt hochwertige Verpackungen aus Glas, hauptsächlich für die Nahrungsmittelindustrie, her. Seit der Inbetriebnahme eines neuen Werks im März 2009 beträgt die Tageskapazität stolze 480 Tonnen. Verschiedene Funktionen in einer Glasfabrik benötigen einen Höchstdruck von 3,5 bar, andere Bereiche nur 2,1 bar. Außerdem muss Druckluft mit 6 bar Höchstdruck als allgemeine Arbeitsluft verfügbar sein. „Wir wollten für unsere neue Glasfabrik jeden Arbeitsbereich nur mit dem erforderlichen Druck versorgen“, erläutert Dipl.-Ing. Heinz Fenke, langjähriger Technischer Geschäftsführer im Unternehmen. „Jedes Bar nicht benötigte Höherverdichtung kostet 6 bis 7 Prozent zusätzliche Energie – und damit bares Geld.“
Neuland betreten
Mit der Aufteilung in drei Druckluftnetze und ein zusätzliches Vakuumnetz für die Glasausformung betrat Noelle + von Campe in der Branche Neuland. Anstatt die Druckluft zunächst mit öleingespritzten Schraubenkompressoren zu erzeugen und anschließend ölfrei aufzubereiten, sollte sie sofort mit ölfreien Schraubenkompressoren produziert werden. Dadurch sind nicht nur die Druckverluste deutlich geringer, was Energie einspart. Auch die Gestehungs- und Entsorgungskosten für Kompressorenöl und die mit Öl kontaminierten Aufbereitungskomponenten entfallen. Der Service- und Wartungsaufwand reduziert sich damit erheblich. Darüber hinaus wird die Gefahr einer Ölkontamination durch einen Filterbruch komplett ausgeschlossen. Alle Maschinen sollten außerdem in wassergekühlter Ausführung realisiert werden. Zunächst schien es, als könnten diese hohen Anforderungen nicht erfüllt werden. „Der Durchbruch gelang erst mithilfe der SFA-Drucklufttechnik GmbH in Walsrode“, so Fenke. Die empfahl eine maßgeschneiderte Druckluft-Erzeugung mit acht ölfrei verdichtenden, überwiegend sogar drehzahlgeregelten Aerzener Schraubenkompressoren. SFA-Geschäftsführer Frank Schauder: „Nur mit der Aerzener Maschinenfabrik als Partner konnten wir eine genau auf den Bedarf zugeschnittene und besonders energiegünstige Lösung anbieten.“ Jedem der Aerzener 3,5- und 2,1-bar-Verdichter folgt ein wassergekühlter, widerstandsarmer Wärmetauscher als Druckluftkühler. Die Druckluft der zwei 6-bar-Kompressoren wird in zwei Kältetrocknern, ein Teilstrom zusätzlich in einem Adsorptionstrockner zurückgekühlt. Für eine absolut sichere Versorgung lässt sich bei Bedarf Druckluft in die niedrigeren Druckbereiche einspeisen. Ein übergeordnetes Steuerungskonzept passt die Kompressoren dynamisch an den Bedarf an – so läuft immer die effizienteste Kompressoren- Kombination. Ein ausgeschalteter Kompressor wird sofort durch andere ersetzt.
„Der Zeit weit voraus“
Bei Energie, Wartung und Entsorgung spart die Anlage insgesamt Kosten von mehr als 350.000 Euro pro Jahr ein. Damit ist SFA Geschäftsführer Schauder ebenso zufrieden wie die Verantwortlichen bei Noelle + von Campe: „Diese Anlage ist in ihrer Konzeption einmalig und ihrer Zeit weit voraus.“