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145 Jahre Aerzener Maschinenfabrik
Wie alles begann

Alles begann im Jahre 1845. Damals erwirbt das Bankhaus Meyer aus Hannover die leer stehenden Gebäude einer verlassenen Messinghütte in Reher zum Preis von 5.500 Talern und führt den Betrieb weiter. Es entsteht eine Fabrik, die zunächst nur Landmaschinen herstellt und repariert. Später kommen eine Spinnerei, eine Weberei und eine Blecherei hinzu. Das Unternehmen hat Erfolg, die alte Hütte wird bald zu eng. Da bietet sich 1860 die
Gelegenheit, im benachbarten Aerzen ein großes, günstig gelegenes Grundstück – das heutige Werksgelände – zu erwerben.
Bankier Wilhelm Meyer beginnt mit dem Bau eines größeren Werks. Vier Jahre später, 1864, wird die Aerzener Maschinenfabrik gegründet. Der vorbeifließende Grießebach stellt die Energieversorgung sicher: Ein Wasserrad treibt die Maschinen der Fabrik an. Damals ist Aerzen ein kleiner Ort mit 1.300 Einwohnern, die vor allem von der Landwirtschaft leben. Doch die beginnende Industrialisierung macht auch vor der Provinz nicht halt. Die Technisierung der Landwirtschaft beginnt – und die Aerzener Maschinenfabrik wächst mit diesem neuen Markt. 1867 wird die Fabrik um eine eigene Eisengießerei erweitert. Von jetzt an werden alle Produkte, Betriebseinrichtungen und Werkzeuge selbst entwickelt und gebaut. Die Gießerei bietet außerdem die Möglichkeit, das Sortiment zu vergrößern: Neben landwirtschaftlichen Maschinen werden gusseiserne Fenster, Denkmäler und Grabkreuze in Serie gefertigt. Später kommen Schmiedeeinrichtungen hinzu. 1868 wird das erste Drehkolbengebläse auf dem europäischen Festland in Aerzen gefertigt. Wegen seines hervorragenden Wirkungsgrades findet es schnell das Interesse von Gewerbe und Industrie. Es wird weiter gebaut: 1878 entsteht das heutige Kantinengebäude. Zehn Jahre später umfasst das Fabrikationsprogramm bereits Drehkolbengebläse, Dampflokomobile, Dreschmaschinen, Futterschneidemaschinen, Heuwender, Kreissägen, Feldschmieden, Göpel und Gartenmöbel.

Im Jahr 1887 wird das 3.000. Gebläse gefertigt. Während der Gebläsebau auch in den Jahren danach weiter zunimmt, wird 1894 die Fertigung von landwirtschaftlichen Geräten eingestellt. Das Werk liefert stattdessen Gießereimaschinen, komplette Schmiedeeinrichtungen und Brauereimaschinen. Während in den Anfangsjahren noch Landwirte die Hauptabnehmer der Aerzener Produkte waren, wandelt sich der Kundenkreis in dieser Zeit stark. Die Aerzener Maschinenfabrik arbeitet nun vermehrt für Bergbau, Stahlwerke und Gießereien. Die Mitarbeiterzahl verdoppelt sich innerhalb weniger Jahre. 1897 wird das 5.000. Gebläse fertig gestellt. Während die Aerzener Gebläse bislang mit holzverkleideten Drehkolben ausgerüstet waren, werden gegen Ende des 19. Jahrhunderts erste Kolben ganz aus Eisen gefertigt. Zu dieser Zeit wird Aerzen an das Eisenbahnnetz angeschlossen. 1904 erhält der Ort als erster im Kreis Hameln-Pyrmont eine Stromversorgung – eine wichtige Grundlage für die weitere rasante Entwicklung zu Beginn des 20. Jahrhunderts...

In den nächsten Ausgaben unserer Kundenzeitung und unseres Newsletters wird der Rückblick fortgesetzt.

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